Sonntag, 6. November 2011

Es gibt keine Religionsfreiheit ! Und es ist gut so....

Einige halten das Kopftuch für ein Symbol der Unterdrückung, andere als ein harmloses Zeichen der Religiosität. Die gläubigen Muslime berufen Sie sich auf die im Grundgesetz garantierte Glaubensfreiheit. Der weltlich orientierte Teil der Bevölkerung (oder deren politische Vertreter) befinden sich in der Zwickmühle. Einerseits wollen sie den im Grundgesetz garantierten Recht auf Religionsausübung am Leben halten aber anderseits, sich auf dieses Recht berufende Fundamentalismus bekämpfen.

Ich denke, hier liegt der Hund begraben. Es handelt sich um ein großes historisches Missverständnis. Oder Sie sind der Meinung, es gibt eine Religionsfreiheit? Eine Freiheit, was in den heiligen Büchern steht und danach zu leben? Nein, ich muss Sie leider enttäuschen. Es gibt keine Religionsfreiheit. Die wichtigsten Teile und ausgerechnet die Stellen der Religion, die das Bild vom Zusammenleben der Menschen vermitteln, sind im Jahre 2011 weitgehend per Gesetz verboten.


Die Religionsfreiheit endet dort wo unsere weltlichen Gesetze beginnen! Ja, unsere Gesellschaft hält die von Menschenhand gemachten Gesetze für wichtiger als die von Gott und dessen Gesandten formulierten Vorschriften. Die Gläubigen dürfen nur die Teile der Religion ausüben, welche von Menschengesetzen nicht verboten sind. Zumindest gilt dies in Deutschland nicht nur für Muslime, Christen und Juden, sondern für alle Glaubensrichtungen. Punkt, Aus .

Noch mal im Klartext; es gibt keine Religionsfreiheit. Es wird sie auch nicht geben. Sie sind über diese Zeile als Gläubiger oder als wahrer Demokrat empört? Dann schauen wir mal was die heiligen Bücher und deren Menschenbilder uns erzählen?

Sind Sie gläubig? Noch genauer gefragt: Sind Sie zufällig ein Jude, ein Christ oder vielleicht ein Muslim? Was halten Sie davon, wenn Sie jemand hätten, der Ihnen 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht? Ich meine wirklich „zur Verfügung“ steht, im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Beispiel als Arbeitskraft oder als Lustobjekt oder als Handelsware ohne eigene Willen. Sie können ihn auch verkaufen oder mit ihm Gewinne erzielen. Sie lassen sich auch „verheiraten“ und sich vermehren. Seine Kinder lassen sich wiederum mit Gewinn verkaufen.

Ist das nicht schön? Nein? Warum nicht? Sie meinen, das wäre Sklavenhalterei?

Ja, das stimmt. Das ist Leibeigenschaft. Haben Sie mal darüber nachgedacht oder nachgefragt was ihr heiliges Buch dazu sagen würde? Darf es überhaupt diese „minderwertige Menschenklasse“ gemäß ihrem heiligen Buch geben? Vielleicht lehren uns diese Bücher zu „Nächstenliebe“ oder sie behaupten wir sind alle vor Gott gleich und Gottesgeschöpfe?

Lassen Sie uns genauer nachschauen und in diesen Büchern lesen. Fangen wir mit dem Alten Testament, dem ältesten der drei Bücher an.
Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, soll er sechs Jahre dienen, im siebten aber soll er umsonst frei ausziehen. Falls er allein gekommen ist, soll er [auch] allein ausziehen. Falls er Ehemann einer Frau war, soll seine Frau mit ihm ausziehen. Falls ihm sein Herr eine Frau gegeben und sie ihm Söhne oder Töchter geboren hat, sollen die Frau und ihre Kinder ihrem Herrn gehören, und er soll allein ausziehen. Falls aber der Sklave sagt: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht als Freier ausziehen!, so soll ihn sein Herr vor Gott bringen und ihn an die Tür oder an den Türpfosten stellen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriem durchbohren; dann soll er ihm für ewig dienen.
Interessant, nicht wahr? Das alte Testament hat kein Problem mit den Sklavenhaltern. Im Gegenteil, diese „Herrn“ sind die Gläubigen. Ist es wirklich Gotteswille, dass der „Herr“ nach Ablauf der 6-jährigen Gebrauchfrist (gilt anscheinend nur für Hebräer) dem Sklaven von ihm zur Verfügung gestellten Gebärmaschine (Ehefrau) und ihre verwendbaren Erzeugnisse (Kinder) behalten darf? Oder wenn der männliche Sklave als Ehemann seine Familie nicht allein lassen will, sein Familienglück durch das Sklaven Dasein bis zum Tod erkauft? Ist dies die von allen Religionen hochgelobte Familie?

Falls das Rind einen Sklaven oder eine Sklavin stößt, soll sein Besitzer ihrem Herrn dreißig Schekel Silber geben, das Rind aber soll gesteinigt werden.
Also was verstehen wir? Das Leben eines Sklaven oder Sklavin kostet 30 Schekel in Silber. Was soll dann aber die Steinigung der Rinder?
"Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin mit dem Stock schlägt, so dass er ihm unter der Hand stirbt, muss er gerächt werden. Nur falls er einen Tag oder zwei Tage [am Leben] bleibt, soll er nicht gerächt werden, denn er ist sein Geld."
Was sollen wir davon halten? Züchtigen ja aber siehe zu das dein Sklave nicht vor dem ersten Tag stirbt. Es geht schließlich um das Geld.

Sie meinen vielleicht zur Entschuldigung der Religionsstifter, dass diese damals nicht wussten, dass das Sklaven Dasein erniedrigend sein könnte?
Wir müssen unsere Söhne und unsere Töchter zu Sklaven erniedrigen. Und manche von unseren Töchtern sind [schon] erniedrigt worden, und wir sind machtlos [dagegen]. Unsere Felder und unsere Weinberge gehören ja den anderen.
Doch, denn sie wussten, was sie taten.

Es sind klare und deutliche Anweisungen für hochwertige Menschen, wie sie mit ihren minderwertigen Menschen umgehen sollten.

Sie als Christ meinen bestimmt im nächstenliebe trotzenden neuen Testament wird alles besser. Wir schauen auch in de Bibel nach:
Ein Jünger ist nicht über dem Lehrer, und ein Sklave nicht über seinem Herrn. Es ist dem Jünger genug, dass er sei wie sein Lehrer und der Sklave wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt haben, wie viel mehr seine Hausgenossen! 
Deutlich genug? Wenn nicht es geht hier weiter:
Jeder bleibe in dem Stand, in dem er berufen worden ist. Bist du als Sklave berufen worden, so lass es dich nicht kümmern; wenn du aber auch frei werden kannst, mach um so lieber Gebrauch davon.
Na ja, wenn du frei sein kannst ist gut, wenn nicht auch nicht so schlimm. Dann zerbrich Dir nicht den Kopf.

Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden. 
Was für eine liberale Haltung. Es deutet darauf hin, dass wir alle Menschen sind aber es ist genauso selbstverständlich einer Sklave zu sein. Das ist aber nicht alles. Es geht weiter:
Alle, die Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre eigenen Herren aller Ehre würdig achten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde.
Die Sklaven [ermahne], ihren eigenen Herren sich in allem unterzuordnen, sich wohlgefällig zu machen, nicht zu widersprechen.
Leibeigenschaft als Gotteswille. Keine Zweifel.
Ihr Haussklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den guten und milden, sondern auch den verkehrten.
Es fehlen mir dazu die Wörter (die Wörter der Nächstenliebe).

Mal sehen was der Islam im Koran zu der Sklaverei sagt;
Allah gibt (euch) das Gleichnis an die Hand von einem Sklaven, einem Leibeigenen, dieweil er über nichts Gewalt hat; und von einem (Freien), den Wir Selbst reichlich versorgt haben, und er spendet davon im verborgenen und öffentlich. Sind diese gleich? Preis sei Allah ! Doch die meisten von ihnen wissen es nicht. 
Wie wahr, wie kann ein Sklave Gleich sein wollen wie der spendable Herr? Hast du was, kannst Du was geben. Hast du nichts, bist du nichts.
O die ihr glaubt, Vergeltung nach rechtem Maß ist euch vorgeschrieben für die Ermordeten: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, und das Weib für das Weib.
Es klingt wie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ aus dem Alten Testament, mit einem kleinen Unterschied. Nach dieser Aussage soll als Gegenmaßnahme definitiv ein unschuldiger ermordet werden. So weit zur Gerechtigkeit.
Und heiratet nicht Götzendienerinnen, ehe sie gläubig geworden; selbst eine gläubige Sklavin ist besser als eine Götzendienerin, so sehr diese euch gefallen mag.
Eine Muslimin als Sklavin? Vor der Sklaverei ist demnach nicht mal die eigene Glaubensschwester geschützt. Es gibt also minderwertige Muslime und hochgestellte Muslime. Gleichheit vor Gott? Fehlanzeige.
Keinem Gläubigen steht es zu, einen anderen Gläubigen zu töten, es sei denn aus Versehen. Und wer einen Gläubigen aus Versehen tötet: dann die Befreiung eines gläubigen Sklaven und Blutgeld an seine Erben, es sei denn, sie erlassen es aus Mildtätigkeit. War er (der Getötete) aber von einem Volk, das euch Feind ist, und ist er (der Totschläger) gläubig: dann die Befreiung eines gläubigen Sklaven; war er aber von einem Volk, mit dem ihr ein Bündnis habt : dann das Blutgeld an seine Erben und die Befreiung eines gläubigen Sklaven. Wer [das] nicht kann: dann zwei Monate hintereinander fasten - eine Barmherzigkeit von Allah. Und Allah ist allwissend, allweise.
Sklavenbefreiung als Strafe. Auch nicht schlecht. Was aber noch interessanter ist, ist der Preis eines Sklaven: 2 Monate Fasten. Demnach ist nicht nur eine Sklavenbefreiung, sondern auch das Fasten eine Strafe.

Es gibt natürlich auch manche Stellen in diesen Bücher, die sich auch anders interpretieren lassen könnten, aber diese eindeutigen Aussagen überragen alles Andere. Alle haben ein paar Punkte gemeinsam:
  • Leibeigenschaft als gottgewollte Gesellschaftsordnung, 
  • Sklaverei wird nicht in Zweifel gezogen, im Gegenteil als Normalzustand zementiert, 
  • Sklaven sind auf der gleichen Stufe wie Nutztiere. Sie dürfen auch zur Bestrafung dessen Herren getötet werden, 
  • sie akzeptieren sogar eigene Glaubensschwestern und Brüder als Sklaven. 
Man bedenke: Alle diese Bücher lehren die Unteilbarkeit des Glaubens. Sie behaupten, man kann sich nicht aussuchen an welcher Stelle man gläubig sein will und wo nicht. Entweder ganz oder gar nicht.

Wollen Sie jetzt vielleicht doch einen Sklaven haben, nachdem Sie wissen, das nichts schlimmes dabei ist? Nein, immer noch nicht?
Dann muss ich hier annehmen, dass auch die Mehrheit der Gläubigen sich das auch nicht wünschen; eine Religion nach ihren heiligen Büchern. Dies bedeutet also, dass die Inhalte der Bücher sich ihrer Zeit anpassen und somit diskutierbar, ja sogar kritisierbar bleiben. Wenn heute jemand die Meinung äußern würde: „Weg mit der Sklaverei“ würde kein Muslim dagegen protestieren. Warum protestiert man dann wegen der Kopftuch-Debatte?

Nein, es wird auch keine Sklaverei, also auch nie einen vollständigen Glauben geben. Die Gläubigen können ihren Glauben nicht nach ihren heiligen Büchern ausleben. Sie werden auch nicht den Strafmaß für einen Verbrechen nach ihren Büchern festlegen. Einige Muslime würden gerne die Scharia weltweit einführen aber die Mehrheit der Muslime lehnt es ab. Keiner von uns wird auf die Idee kommen, auch nicht die in unserer Gesellschaft lebenden Muslime, Christen oder Juden die Sklavenhaltung trotz der Legitimation durch ihre heiligen Bücher einzuführen. Daher was wir heute Christentum, Islam oder Judentum nennen, ist nur der Rest- bzw. an unsere jetzige Vorstellung von Zusammenleben angepasster Teilglaube.

Es ist ein unumkehrbarer Sieg der Aufklärung. Schwer erkämpf. Es wird eines Tages in allen anderen Themen genauso sein.

Wollen Sie immer noch die Glaubensfreiheit? Oder wollen Sie wissen was in diesen Büchern über die Frauen steht?

1 Kommentar:

  1. Ursprünglich meinte "Religionsfreiheit" mal Bekenntnisfreiheit: Jeder darf sich zum Glauben oder Unglauben seiner Wahl bekennen. Damit war Gedankenfreiheit gemeint, aber nicht Verhaltensfreiheit. Jetzt, allmählich, wird versucht, über den Begriff der Religionsfreiheit sich ein Stück Freiheit beim Verhalten zu erkämpfen - das ist ein reines Machtspiel: Ich darf, weil ich der Religon X angehöre, Dinge tun, die anderen verboten sind - z. B. die Genitalien meiner Kinder verstümmeln. Oder es muss dann allen erlaubt werden. Es geht jetzt darum, dass man sich Sonderrechte verschafft, aufgrund einer "religiösen Begründung". Aber Kern solcher Begründungen ist, dass sie nicht wirklich etwas begründen.

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