Freitag, 12. November 2010

Vergesst die Integration!

Ich habe die ganze Zeit den Verdacht, dass mit dem politischen Begriff „Integration“ irgendetwas nicht stimmt. Ich kam darauf weil das gleiche Wort in den Wirtschaftswissenschaften oder in der Technik eine ganz andere Bedeutung hat als wir sie in der Politik zur Nutze machen. Ich machte mich etwas schlau und siehe da, das Wort Integration stammt aus dem lateinischen „integer“ bzw. aus dem griechischen „entagros“heißt also auf Deutsch "unberührt", "unversehrt", "ganz".

Integration bedeutet im Klartext, wenn man ein bestimmten Teil, ohne ihn in seinen Haupteigenschaften die es zu diesem Teil machen, zu verändern, in ein anderes Ganzes zufügt. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Beispiele gibt es ja genug; Softwareintegration (Outlook wird ein Bestandteil von SAP), Turbolader von der Fa. XYZ wird in Motoren von ABC integriert, usw. Oder ein Konzern übernimmt ein anderes Unternehmen und ohne wesentliche Eigenschaften zu verändern „integriert“ es in die bestehenden Strukturen.



Ich versuche diesen Begriff in die Politik zu übertragen. Wir reden zum Beispiel von der Integration der Behinderten ins Arbeitsleben. Völlig richtig. Wir können nichts daran ändern, dass diese Menschen in diesem Zusammenhang in ihrer Teileigenschaft „behindert“ sind aber wir wollen dass diese Menschen ein Teil des Arbeitslebens (bzw. Teil der Ganzen) sind. Also ist der Begriff „Integration“ hier auch korrekt angewendet.

Ich verwende jetzt diesen gleichen Begriff „Integration“ auf die Migranten. Dies würde heißen, die Migranten bleiben in Ihrer Eigenschaft (kulturell, sprachlich usw..) unverändert aber das Zusammenleben mit dem Ganzen soll trotzdem funktionieren. Das heißt, man will die Migranten „in ihrem unveränderten Zustand“ in diese Gesellschaft adaptieren. Wie soll das gehen? Wie können diese Menschen trotzdem ein Teil der Gesellschaft werden? Wie soll das Zusammenleben funktionieren?

Ich kann mir diese (politisch gewollte) Fehlinterpretation nur so erklären: Die offizielle Politik der Bundesrepublik versucht jeden Verdacht, die an die Naziherrschaft erinnern könnte, auch auf Kosten der richtigen politischen Terminologie zu vermeiden. Nichts darf die offizielle Politik an die Nähe der Assimilationspolitik (hört sich sehr böse und nach Zwang an) rücken. Ein zweiter wichtiger Punkt, die Migranten werden mit den nationalen Minderheiten verwechselt. Migranten sind nur diejenigen, die nach Ihrer Sozialisation in Ihren Herkunftsländern hier immigriert haben. Also sind Migranten Minderheiten auf Zeit. Die Migration dauert für jede Familie nur eine Generation. Beispiel: ich bin ein Migrant (kam mit 17 Jahren nach Deutschland) aber mein Sohn, der hier geboren und sozialisiert wurde, ist kein Migrant mehr.

Die Gesetze in jeder Gesellschaft (im Sinne der bürgerlichen Gesellschaft), auch in Deutschland sehen berechtigter weise in wesentlichen Punkten des Zusammenlebens (auch wenn wir es formal nicht so nennen) nur die Assimilation vor.

Einige Beispiele:
· Verfassungsassimilation. Zwangsunterwerfung des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu Gunsten der Verfassung,
· Politische Assimilation. Nur politische Parteien werden zugelassen deren Inhalte die Bundesrepublik betreffen und mit Parteiengesetzen vereinbar sind.
· Monogamiezwang im Eherecht,
· Sprachassimilation. Amtssprache (gerade hoch aktuell, lernt Deutsch)
· Wirtschaftliche Assimilation (jede Unternehmen in Deutschland unterwirft sich automatisch der Gesetzgebung des Landes)
und, und....

Es wäre wahrscheinlich ehrlicher, den Menschen, die in Zukunft zu uns kommen wollen, klar und deutlich zu sagen:

Ihr müsst bereit sein...
· euch zu verändern,
· die Sprache zu erlernen,
· zu akzeptieren, dass nicht irgendwelche religiösen Weltanschauungen unser Zusammenleben bestimmen, sondern unsere Verfassung und Demokratie,
· Kritik - wie jeder anderer Teil der Gesellschaft, nicht mehr, nicht weniger - zu erdulden,
· gegenüber anderen Toleranz zu üben,
· Freiheit des Individuums (auch die von euren eigenen Kindern) zu respektieren,
· Meinungsfreiheit als eine der höchsten Güter der Gesellschaft zu verteidigen.
· Nur unter diesen Bedingungen könnt ihr auf Gleichberechtigung und Chancengleichheit pochen.

Also vergesst die Integration. Wir verlangen die Assimilation bei der gesellschaftlich-gemeinsamen Grundordnung und dafür garantieren wir die Freiheit bei der individuellen Lebensgestaltung innerhalb der Verfassung.

Punkt aus...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Es gibt keine Religionsfreiheit ! Und es ist gut so....

Einige halten das Kopftuch für ein Symbol der Unterdrückung, andere als ein harmloses Zeichen der Religiosität. Die gläubigen Muslime ber...