Mittwoch, 3. November 2010

An meine Mitmigranten

Meine liebe Mitmigranten,
Ja, wir lieben Deutschland für seine Meinungs-, Religions- und Versammlungsfreiheiten. Wir profitieren von der (momentan etwas in die Schieflage geratenen) sozialen Marktwirtschaft. Wir fühlen uns durch die hier vorherrschende Rechtstaatlichkeit sicher. Wir genießen die Rechte, welche teilweise in unseren Herkunftsländern uns vorenthalten wurden und immer noch werden.


Meine islamistische Mitmigranten,
Es handelt sich um ein Missverständnis, wenn einige von euch meinen gesellschaftliche, in dem Fall „deutsche“ Toleranz, erlaube sogar das Ausleben von Intoleranz; so muss ich sagen, Ihr täuscht euch. Wenn ihr die Werte bekämpft, die eure Daseinsberechtigung hier im Lande als Migrant oder als Andersgläubiger begründet und euch schütz, so hoffe ich, werdet ihr bald verstehen,  dass die von euch bekämpfte Leitkultur der Aufklärung in Deutschland euer einziger Verbündete ist.


Es kann ja sein, dass eine kleine Minderheit von euch sich eine Leitkultur der Scharia wünscht. Man sagt auf Deutsch: „Menschenwille ist sein Himmelreich“.  Dieses Himmelreich ist schon in einigen Ländern diese Erde die Realität. Warum kommt keiner von euch auf die Idee, sein Seelenheil durch schariagerechtes Leben dort zu suchen? Oder fehlt euch was dort? Wer oder was hält euch davon ab? Ihr geht auf die Straße um das Recht Moscheen und islamische Schulen hier im Lande bauen zu dürfen aber wann wollt ihr die gleichen Rechte für Andersgläubigen in den islamischen Länder fordern? Ihr meint diese Frage damit begegnen zu können „wir leben in Deutschland und wollen uns nicht in die Angelegenheiten der anderen (islamischen) Länder einmischen. Bei dem Karikaturenstreit (eine Angelegenheit von Dänemark) oder in Sachen Israel und Palästina seid ihr plötzlich anderer Meinung. Doppelmoral scheint gut zu funktionieren.

Meine säkularen, aufgeklärten Mitmigraten,
Wir können uns nicht generationenlang in der Kuschelecke der „Gutintegrierten“ aufhalten. Natürlich könnt ihr ohne Farbe zu bekennen weiterhin über das Migrantendasein Filme drehen, Romane schreiben oder nichts sagende kluge Sätze in Zeitungsinterviews formulieren. Einige von euch werden auch in der Zukunft sein „Migrant sein“ zum Beruf erklären. Es ist natürlich leicht „genetische Begründungen von Herrn Sarazzin“ auseinander zu nehmen.  Es ist auch einfach demagogische Bierzeltrhetorik anzuprangern und dessen Urheber bloß zu stellen.

Aber wie lange können wir noch so tun, das sich der umgreifende Islamismus und die damit verbundene Erstarkung der reaktionären Kräfte (nicht nur unter Migranten) uns nichts angehen würde? Wie lange können wir noch behaupten, dass diese Negativerscheinungen mit dem Islam nichts zu tun haben? Zum wievielten Male wollen wir schwören, dass Ehrenmorde mit  der Traditionen in der Türkei nichts zu tun haben? Wie lange wollen wir es noch leugnen, dass nicht mehr unsere Herkunftsländer –dessen Fähnchen wir immer noch bei passenden Gelegenheiten schwenken - unsere Heimat ist, sondern Deutschland.

Es wird aber irgendwann mal soweit sein, dass wir uns der Realität stellen müssen. Dann ist aber Schluss mit Lustig. Ihr (ich bin Muslim und Demokrat) müsst dann erklären, wie man den Islam demokratiekompatibel macht. Ihr (es handelt sich nur um ein Unterschichtenproblem) müsst erklären warum nur die islamische Unterschicht diese Art Probleme macht und nicht die katholische, evangelische, buddhistische oder jüdische. Warum es überproportional mehr Straftäter mit islamischen Hintergrund gibt? Ihr (weder der Islam noch unsere nationale Traditionen sind frauenfeindlich) müsst begründen, woher diese Gewalt und Unterdrückung gegen Frauen kommt? Ihr (Islam ist im Grunde genommen, sehr fortschrittlich. Nur Islamisten interpretieren den Islam falsch) müsst uns plausibel machen, warum seit fast 1000 Jahren keine nennenswerte und für die Menschheit wichtige Erfindung, Entdeckung oder Erkenntnis von den islamischen Gesellschaften stammen.

Liebe Freunde,
wir genießen hier in Deutschland die Freiheiten die durch die Aufklärung entstanden und in unsere Verfassung verankert worden sind, für die weder wir, noch unsere Vorfahren gekämpft haben. Wir sollten wenigsten bereit sein, sie „ohne wenn und aber“ zu verteidigen.

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